Vier Taufen und ein Kugelblitz

Pastor Wömpner berichtet in seiner Chronik aus dem Jahre 1950:

"Am Pfingstsonntag, d. 20.5.1950 zog ein Gewitter über Klütz hinweg. Während am Altar vier Kinder getauft wurden, schlug ein Kugelblitz in die Kirchturmspitze. Da die Ableitung unterbrochen, also nicht in Ordnung war, sprang der Blitz auf die Zifferblätter der Uhr, zerstörte das Uhrengehäuse und sprang dann auf die Lichtleitung und von dort auf die Leitung des Ortsstromnetzes.
Der Blitzschlag erfolgte um 11.58 Uhr. Die Kirche war sofort voller Rauch. Der Kirchendiener Brüggemann, der sich unterhalb des Uhrengehäuses auf dem Turmboden befand, wurde vom Luftdruck niedergeworfen. Draußen hörte man Rufe: "Feuer, Feuer! Es brennt" Aus dem Kirchendach stieg Rauch empor! Der Leiter der Klützer Feuerwehr war in wenigen Minuten mit Feuerlöschapparaten zur Stelle. Gott sei Dank stellte sich bald heraus, daß der Blitz nicht gezündet hatte.
Dennoch hatte er allerlei schwere Zerstörungen angerichtet. Die Verkleidung der Turmspitze aus Kupfer war aufgerissen, das Uhrengehäuse zertrümmert, die gesamte Lichtleitung in einer Länge von mehreren 100 Metern zerstört. Viele Rundfunkemfänger in Klütz waren beschädigt, Lichtzähler in der Umgebung der Kirche einfach aus der Wand gerissen. Auch die Läuteanlage, besonders die automatische Schaltung für das Abendläuten waren arg mitgenommen. Die Blitzschäden allein in der Kirche und am Turm beliefen sich auf 1200 DM."